Alte Freiberger Burschenschaft "Glückauf" zu Clausthal

Geschichte unseres Bundes

Den Ursprung der Alten Freiberger Burschenschaft Glückauf zu Clausthal bildet der Akademische Verein „Glückauf“, der von acht deutschen Studenten an der weltweit ältesten Bergakademie Freiberg am 11.10.1875 gegründet wird. Der Charakter des Vereins soll wissenschaftlich ausgerichtet und allgemeinbildend sein und besonders der Pflege der Freundschaft zwischen den Mitgliedern dienen. Schon bald wird beschlossen, Couleur und ein Vereinsabzeichen zu tragen. Wegen dauernder Reibereien in der damals sehr heterogenen Studentenschaft der Bergakademie Freiberg - weniger als die Hälfte der Studierenden kommt aus dem deutschen Sprachraum - wird die Bereitschaft zur unbedingten Satisfaktion mit Säbel und Schläger beschlossen. Als neue Vereinsfarben werden Schwarz- Gold- Schwarz bestimmt, und es wird ein Vereinswappen kreiert mit dem Wappenspruch „Ein Mensch ohne Freund ist ein ärmlicher Wicht“.


Am 24.05.1898 wird der Verein „Glückauf“ Burschenschaft und tritt einem Zusammenschluss aller Burschenschaften an Technischen Hochschulen bei. 1905 erhält die junge Burschenschaft ein eigenes Verbindungshaus in Freiberg und 1910 übernimmt sie den Vorsitz im Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschaften. Gleich nach dem ersten Weltkrieg treten über 25 Studenten neu in die Burschenschaft Glückauf ein.

1935 findet das letzte Wartburgfest in Eisenach statt. Traditionsreiche studentische Verbindungen haben keinen Platz mehr in dem „gleichgeschalteten“ gesellschaftlichen und politischen System des Nationalsozialismus und werden verboten. Die Studierenden der Burschenschaft Glückauf werden zusammen mit den Aktiven der Burschenschaft Germania-Freiberg und des Freiberger Vereins Deutscher Studenten in die Kameradschaft „Theodor Körner“ überführt. Die Altherrenschaft bleibt als „Verein alter Glückaufer“ bestehen.

Nach dem zweiten Weltkrieg gründen 1950 dreißig in den Westzonen Deutschlands lebende Glückaufer den Verein „Alte Glückaufer“. 1951 fusioniert dieser Verein mit dem 1950 an der Bergakademie Clausthal von Studenten gegründeten und burschenschaftlich ausgerichteten Studentischen Bund Leder zur Alten Freiberger Burschenschaft Glückauf. Im Juni 1951 wird der so entstandene neue Bund mit einer Aktivitas und einer Altherrenschaft unter Erlass der üblichen Probezeit in den Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ aufgenommen. Umstritten ist- wie auch in anderen schlagenden Verbindungen- die Wiedereinführung der Bestimmungsmensur. Für die damalige Aktivitas und die Altherrenschaft bedeuten Gemeinschaft und Toleranz mehr als der Disput in einer einzelnen Frage.
1955 erwirbt der Altherrenverband der AFB! Glückauf ein geeignetes Haus direkt neben der Bergakademie. Am 16.06.1956 wird das „Glückauferhaus“ offiziell als Heimstätte des Bundes eingeweiht.
Bereits 1957 wird in Dortmund von einigen Alten Herren der erste Stammtisch im Ruhrgebiet gegründet. Es folgen weitere Stammtische und andere gesellschaftliche Veranstaltungen außerhalb Clausthals, die alle das Zusammenhalten der Glückaufer Familie stärken. Hervorzuheben wegen ihres langen Bestehens bis in die heutige Zeit sind der Niederrhein - Stammtisch in Duisburg und der Stammtisch der Glückaufer Pensionäre in Essen.

Das Jahr 1968 und die damit beginnenden Umbrüche, an allen deutschen Universitäten, hinterlassen Spuren innerhalb der Aktivitas der Glückaufer. Junge Aktive streben einschneidende Veränderungen an. Sie sind abgeneigt, Verpflichtungen zu übernehmen. Ein radikaler Schnitt durch Ausschluss und Austritt beendet das Problem. Auch im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ entstehen schwerwiegende Differenzen. Die Mehrheit der zugehörigen Verbindungen - auch die AFB! Glückauf - versteht sich als politische Bildungsgemeinschaft, eine Minderheit dagegen als politische Aktionsgemeinschaft mit rechtslastigen Tendenzen, wodurch in der öffentlichen Meinung ein Schatten auf die Burschenschaft fällt.
1975 findet in großem Rahmen das 100-jährige Stiftungsfest statt. Vier Tage lang feiert die große Glückaufer Familie in Clausthal und benachbarten Orten. Im gleichen Jahr wird die gemeinnützige „Gesellschaft Glückauferhaus Clausthal e.V.“ aus dem Motiv heraus gegründet, Clausthaler Studenten preiswerten Wohnraum anbieten zu können sowie eingehende Spenden steuerlich absetzen zu können. 1980 wird auf dem Glückauferhaus ein „Studierzimmer“ bzw. eine „Sehschlange“ eingerichtet, mit der die Hilfestellung für bevorstehende Prüfungen nochmals deutlich verbessert werden.

Unsere aktiven Bundesbrüder engagieren sich seit Jahrzehnten erfolgreich in der Hochschulpolitik. Sie sind vertreten im Studentenparlament, in den Vorständen der Fachschaften und zeitweise im ASTA, dem Allgemeinen Studentenausschuss. 1985 ziehen unter maßgeblicher Beteiligung von Glückaufern korporierte Studenten in den Clausthaler ASTA ein. Es ist der einzige ASTA in Deutschland, der nicht einer  sozialistischen politischen Ausrichtung folgt.
Mitte der 90er Jahre ist die Zahl der an der TU Clausthal immatrikulierten Studenten wegen der abnehmenden Interessenten für den  Ingenieurberuf vom Rekordstand 4500 in 1991 auf etwa 3000 abgesunken. Den dadurch entstehenden Nachwuchssorgen für den unseren Bund kann durch intensiven Einsatz der aktiven Bundesbrüder entgegengewirkt werden.

Inzwischen ist seit 2005 die Studentenzahl der TU Clausthal durch die Einführung neuer Studiengänge wieder gestiegen und liegt heute bei rd. 4500 Studentinnen und Studenten. Wir Glückaufer sind sicher, auch künftig unter den neuen Bedingungen des Bachelor- und Masterstudiums interessierte Studenten zu finden, die eine Mitgliedschaft in unserer Verbindung zu schätzen wissen.

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